Windows Server 2012 bringt ja – unter vielen anderen coolen Features – Storage Spaces und Storage Pools. Heute habe ich mit einem Partner eine intensive Diskussion über diese Features gehabt und möchte einige Gedanken dazu zusammenfassen.
Was sind Storage Spaces und Storage Pools ?
Beliebige physische Festplatten können im Windows Server 2012 zu einem Storage Pool zusammengefasst werden. Größe der Festplatten bzw. Anschlussart (ob SATA oder SCSI oder JBOD) ist dabei unerheblich, auch gibt es de fakto keine Mengenbeschränkung von Festplatten.
In einem Storage Pool kann ich nun virtuelle Storage Spaces definieren. Das sind virtuelle Disken, die unterschiedliche Ausfallslevel (ohne, mirroring und parity) haben können und als Fixed oder Thin provisionierte Disk konfiguriert werden können.
D.h. habe ich mindestens 2 physische Platten in meinem Storage Pool, kann ich gespiegelte Platten in diesem Pool definieren, bei mind. 3 Platten auch Parity enabled Platten. Bei ersten schreibt der Windows Server die Daten auf mind. 2 Platten, beim letzteren auf 3 Platten. (Ähnlich wie bei Raid 2 und Raid 5)
Für spezielle Konfigurationen kann ich auch nur die Parity-Informationen auf den anderen Disken verteilen, benötigt weniger Speicherplatz, ist aber nur für Daten empfohlen, die sequentiell gelesen werden und sich selten ändern (z.b. Videostremas)
Wo liegt der Unterschied zu einem Hardware-Raidcontroller ?
Eine Frage, die ich heute spontan nicht beantworten konnte, nach einigem Nachdenken im Auto ist es aber klar: Storage Spaces “virtualisieren” mein Festplatten-Layout, d.h. sie trennen die physischen Platten von den logischen Platten.
Ich muss nicht entscheiden, wie meine Diskkonfiguration aussieht, ich brauche keine Rücksicht auf gleiche Plattensysteme nehmen, ich bin sehr flexibel in meiner Diskkonfiguration.
Durch die Thin-Provisionierung kann ich meine virtuellen Disken die zu erwartete (oder benötigte) Größe geben, ohne Rücksicht auf tatsächlich vorhandenen Speicherplatz nehmen zu müssen. Wachsen meine Anforderungen, kann ich sehr einfach neue physische Platten dem Server hinzufügen und dem Storagepool zuordnen.
Wofür machen Storage-Spaces Sinn und wofür nicht ?
Meine gespiegelte Systemplatte brauche ich nicht als Storage-Space definieren. Den Telefon-Server mit seinen nicht wachsenden Daten auch nicht wirklich. Aber überall dort, wo ich größere Datenmengen habe, wachsende Datenmengen habe, zahlen sich Storage Spaces auf jeden Fall aus.
Können Storage Spaces meine Storage-Appliance ersetzen ?
Ja. Ich kann ein JBOD-Device z.b. an 2 Windows Server 2012 anschließen und einen hochverfügbaren, Active-Active FileCluster bauen. Den kann ich mit mehreren Netzwerkkarten ausstatten, die damit hochverfügbar mit extrem hoher Leistung über Nic-Teaming Fileservices zur Verfügung stellen. Die eingebaute Deduplizieren reduziert den notwendigen Speicherplatz ebenfalls. Kann ich ALLE Anforderungen einer Storage-Appliance mit Storage-Spaces und Win Srv erfüllen ? Nein.
Kann ich virtuelle Storage Spaces bauen ?
Sprich, kann ich meinem virtuellen Fileserver anstelle einer VHDX-Disk einfach mehrere geben und diese im virtuellen Server zu einem StorageSpace zuordnen ? Technisch funktioniert das. Praktisch ist das aber ein GROßES NEIN ! Das Storage Team ist bei einer internen Anfrage aus allen Wolken gefallen, wie man nur auf diese Idee kommen kann. Der Einwand, das es ja technisch möglich ist, wurde mit dem Argument: “Ja, weil wir nie auf die Idee gekommen sind, das das wer machen könnte” abgelehnt. Daher. NOT SUPPORTET, NOT RECOMMENDED !
Viel Spaß damit
Christian