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Gedanken zu Storage Pool und Storage Spaces in Win Srv 2012

Christian-Decker   30. August 2012 21:53 Kommentare (2) Tags:

Windows Server 2012 bringt ja – unter vielen anderen coolen Features – Storage Spaces und Storage Pools. Heute habe ich mit einem Partner eine intensive Diskussion über diese Features gehabt und möchte einige Gedanken dazu zusammenfassen.

Was sind Storage Spaces und Storage Pools ?

Beliebige physische Festplatten können im Windows Server 2012 zu einem Storage Pool zusammengefasst werden. Größe der Festplatten bzw. Anschlussart (ob SATA oder SCSI oder JBOD) ist dabei unerheblich, auch gibt es de fakto keine Mengenbeschränkung von Festplatten.

In einem Storage Pool kann ich nun virtuelle Storage Spaces definieren. Das sind virtuelle Disken, die unterschiedliche Ausfallslevel (ohne, mirroring und parity) haben können und als Fixed oder Thin provisionierte Disk konfiguriert werden können.

D.h. habe ich mindestens 2 physische Platten in meinem Storage Pool, kann ich gespiegelte Platten in diesem Pool definieren, bei mind. 3 Platten auch Parity enabled Platten. Bei ersten schreibt der Windows Server die Daten auf mind. 2 Platten, beim letzteren auf 3 Platten. (Ähnlich wie bei Raid 2 und Raid 5)

Für spezielle Konfigurationen kann ich auch nur die Parity-Informationen auf den anderen Disken verteilen, benötigt weniger Speicherplatz, ist aber nur für Daten empfohlen, die sequentiell gelesen werden und sich selten ändern (z.b. Videostremas)

Wo liegt der Unterschied zu einem Hardware-Raidcontroller ?

Eine Frage, die ich heute spontan nicht beantworten konnte, nach einigem Nachdenken im Auto ist es aber klar: Storage Spaces “virtualisieren” mein Festplatten-Layout, d.h. sie trennen die physischen Platten von den logischen Platten.

Ich muss nicht entscheiden, wie meine Diskkonfiguration aussieht, ich brauche keine Rücksicht auf gleiche Plattensysteme nehmen, ich bin sehr flexibel in meiner Diskkonfiguration.

Durch die Thin-Provisionierung kann ich meine virtuellen Disken die zu erwartete (oder benötigte) Größe geben, ohne Rücksicht auf tatsächlich vorhandenen Speicherplatz nehmen zu müssen. Wachsen meine Anforderungen, kann ich sehr einfach neue physische Platten dem Server hinzufügen und dem Storagepool zuordnen.

Wofür machen Storage-Spaces Sinn und wofür nicht ?

Meine gespiegelte Systemplatte brauche ich nicht als Storage-Space definieren. Den Telefon-Server mit seinen nicht wachsenden Daten auch nicht wirklich. Aber überall dort, wo ich größere Datenmengen habe, wachsende Datenmengen habe, zahlen sich Storage Spaces auf jeden Fall aus.

Können Storage Spaces meine Storage-Appliance ersetzen ?

Ja. Ich kann ein JBOD-Device z.b. an 2 Windows Server 2012 anschließen und einen hochverfügbaren, Active-Active FileCluster bauen. Den kann ich mit mehreren Netzwerkkarten ausstatten, die damit hochverfügbar mit extrem hoher Leistung über Nic-Teaming Fileservices zur Verfügung stellen. Die eingebaute Deduplizieren reduziert den notwendigen Speicherplatz ebenfalls. Kann ich ALLE Anforderungen einer Storage-Appliance mit Storage-Spaces und Win Srv erfüllen ? Nein.

Kann ich virtuelle Storage Spaces bauen ?

Sprich, kann ich meinem virtuellen Fileserver anstelle einer VHDX-Disk einfach mehrere geben und diese im virtuellen Server zu einem StorageSpace zuordnen ? Technisch funktioniert das. Praktisch ist das aber ein GROßES NEIN !  Das Storage Team ist bei einer internen Anfrage aus allen Wolken gefallen, wie man nur auf diese Idee kommen kann. Der Einwand, das es ja technisch möglich ist, wurde mit dem Argument: “Ja, weil wir nie auf die Idee gekommen sind, das das wer machen könnte” abgelehnt. Daher. NOT SUPPORTET, NOT RECOMMENDED !

Viel Spaß damit

Christian

Kommentare (2) -

Richard Plöchl, 31.08.2012 15:28:24#

Hab' in den letzten paar Tagen auch einiges an Versuchen mit Storage- Spaces gemacht.

Das wichtigste zuerst - Fehler provozieren & beheben also.

Fall 1 - ein Thin- provisioniertes Mirror-Volume mit mehr Daten füttern als Platz auf dem kleineren der beiden phys. HDD vorhanden ist.

Ergebnis:
Manchmal Warnmeldung des Explorers vor dem Kopieren auf das Volume ("zuwenig Platz" oder so),
meist wird bei Füllung des phys. Datenträgers die Bereitstellung des Volume aufgehoben, der virtuelle Datenträger offline genommen.

Behebung:
a) Virtuellen Datenträger online schalten und Daten löschen - kann schwierig sein wenn vor dem Löschen irgendwas (Dienst usw.) wieder schreiben möchte.
b) Weitere(n) phys. Datenträger hinzufügen. Dabei geht der virtuelle Datenträger gleich selbst wieder online.
Besser also b.
Außerdem wahrscheinlich besser: für wichtige Dinge keine Thin- Provisionierung.

Fall 2 - einen phys. Datenträger eines Pools mit virtuellem Mirror- Datenträger entfernen.

Ergebnis grundsätzlich:
Ein laufender (lesender) Kopiervorgang läuft ungestört weiter, nach Wiederhinzufügen des selben, nicht geänderten phys. Datenträger wieder alles ok.
(Das Ersetzen des fehlenden phys. Datenträger durch einen neuen, blanken Datenträger muss ich noch fertigtesten.
Scheint, dass der neue phys. Datenträger bedürftigen virtuellen Datenträgern bereits zugeordnet ist - es wird aber nicht angezeigt, ob ein Rebuild oder sowas am Laufen ist.
"Virtuellen Datenträger reparieren" im Kontextmenü tut nix.)

Aber:
Dem Servermanager ist das Entfernen bzw. das Hinzufügen des phys. Datenträgers solange egal, bis ich auf "Aktualisieren" klicke.
Im Eventlog finde ich nicht den kleinsten Hinweis darauf, dass es am Storage- System bzw. an den Disks schwerwiegende Änderungen gab.

Letzteres erschwert das Monitoring erheblich - gibt's da einen anderen vorgesehenen Weg der Protokollierung abseits des Eventlog?
Die (meinerseits noch nicht getestete Hotspare- Möglichkeit) entschärft das Problem evtl. etwas - trotzdem möchten wir nicht zu manuellem Monitoring zurückkehren müssen.

Eine Frage an das Storage- Team wäre noch:
Es ist möglich, auf einer phys. HDD eine Partition einzurichten (normal, ohne Storage Spaces) und den verbleibenden Platz als "physischen Datenträger" einem Pool zuzuordnen. Finden die vom Storage Team das unschicklich?

Aufgefallen:
Als ich einen entfernten phys. Datenträger an Win8 angeschlossen habe, wurde er als Teil eines Pools erkannt und die im Server verbliebenen Pool- Teile als fehlend aufgelistet.
Löschen mit Diskpart oder Datenträgerverwaltung ging nicht - erst nach dem Löschen des Pools in der Win8- Systemsteuerung war die Platte auf "normalem Wege" zu bearbeiten.
Könnte heißen: Wenn ich einen von zwei Mirror- Datenträgern habe, kann ich an die Daten kommen - wie es auch schon unter dem Windows Software-Raid1 möglich war.

Richard Plöchl, 11.09.2012 18:52:37#

Update zu oben
Jetzt in der Final Version gibt es in
Anwendungs- und Dienstprotokolle \ Microsoft \ Windows \ StorageSpaces-Driver
Meldungen, wenn eine Festplatte eines Pools ausfällt.
Monitoring also möglich.

Schließt man einen fehlenden Datenträger wieder an bzw. ersetzt ihn durch einen anderen, beginnt der Rebuild kommentarlos, nur daran erkennbar, dass im Ressourcen- Monitor "unerklärliche" Datenträgerlast auftritt.
Es schadet aber nicht, das "Reparieren" eines Datenträgers zusätzlich manuell anzustoßen.

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