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Die Geschichte des Small Business Servers

Christian-Decker   10. Juli 2012 19:02 Kommentare (26) Tags:

Begonnen hat alles am 28.12.1997 – mit dem Release des Backoffice Small Business Server 4.0.

Die Idee hinter diesem Produkt war eine simple: Gebt Kleinkunden ein Werkzeug in die Hand, mit denen diese ihre IT einfach und günstig betreiben können und trotzdem die volle Power unserer Backoffice Applikationen haben. Auf einem Server, mit einer Lizenz, optimiert für Kunden bis 50 (75) User.

Wer sich noch erinnern kann, die erste Version ging sogar noch einen Schritt weiter – eine der Ideen vom SBS 4.0 war, dem User auch die Installation selber gestalten zu lassen – ein Umstand, der in den Partnerschulungen, die ich damals halten durfte, massiv Beschwerden hervorgerufen hat, weil das Setup des SBS die Festplatte des Servers ungefragt formatiert hat Smiley

 

Die darauffolgenden Versionen des SBS sind dem Grundprinzip treu geblieben, allerdings war das Setup und die Wartung des Servers ab SBS 4.5 ganz klar eine Partnersache.

 

SBS war und ist bei vielen Technikern nicht ganz unumstritten – die Tatsache, dass die Installation und ein Großteil der Konfiguration automatisiert und standardisiert abläuft, war für die “gstandenen” AD/Exchange Experten immer ein Dorn im Auge und viele Partner nutzten die integrierten Assistenten (die meiner Meinung nach den eigentlichen Mehrwert der Lösung ausgemacht haben) nicht.

 

Mit der Version SBS 2011 – die am 9.3. 2011 released wurde – ist der SBS aber bei Kunden bis 50 Usern mittlerweile – nicht nur in Österreich – Standard und nahezu alle Partner, die diese Kundengröße betreuen, setzen dieses Produkt ein.

 

Warum stellen wir dann dieses Produkt ein ? Warum gibt es keinen SBS vNext mehr ?

 

Als SBS Fan der ersten Stunde habe ich mich die letzten Wochen sehr intensiv mit dieser Frage beschäftigt – wohl wissend, das der eine oder andere Partner sie mir stellen wird.

Ich möchte hier – unabhängig von offiziellen Aussagen – meine eigenen Gedanken dazu präsentieren:

 

  • “Cloud Awareness” von Kleinkunden
    Wir sehen gerade im Kleinkundenbereich (1-50) in Österreich einen sehr starken Move in die Cloud – besonders beim Exchangeserver. Gerade diese Kunden sehen keinen echten Sinn mehr darin, eigene Mailserver zu betreiben und verstehen die Benefits einer gehosteten Lösung – Verfügbarkeit, Performance, Speicher und letztendlich Kosten. Auf den letzten beiden Partner-Roadshows haben mir wirklich viele Partner von Kunden erzählt, die sie auf Exchange-Online migriert haben.  D.h. gehostete Maillösungen werden in den nächsten Jahren in dieser Kundengruppe eher die Regel als die Ausnahme werden.
  • Releasezyklen von SBS, Windows Server und Exchange
    Ein ewiger Quell der Unzufriedenheit – besonders auf Partnerroadshows Zwinkerndes Smiley - waren die unterschiedlichen Releasezyklen von SBS und den darunterliegenden Produkten.
    Im Schnitt ist der SBS fast 1,5 Jahre nach dem Release des Windows Servers released worden – ein SBS vNext wäre frühestens im Sommer 2013 gekommen….
    Diese Abhängigkeit von unterschiedlichen Produktgruppen war weder nach außen noch nach innen leicht für die Beteiligten.
  • image

  • Virtualisierung im Kleinkundenbereich
    Als letztes Argument möchte ich die Servervirtualisierung im Kleinkundensegment zur Überlegung stellen.
    SBS war in den letzten 15 Jahren notwendig, um Kleinkunden den Betrieb von Basisinfrastruktur auf einer Hardware zu ermöglichen. Heute ist Servervirtualisierung auch bei Kleinkunden längst Standard geworden – auch in Single Server Umgebungen. Weiters ist die Hardware so leistungsfähig und billig, dass es kein Problem ist auf einer Maschine sowohl einen Domäncontroller als auch einen Exchangeserver in 2 virtuellen Maschinen zu betreiben.

Was bedeutet das nun für mich/mein Business/dem Business meiner Kunden ?

  • Kurzfirstig recht wenig – eher im Gegenteil.
    Ich sehe hier eine massive Chance für die Partnerlandschaft, Kunden, die heute noch auf SBS 2008 oder älter laufen, zu einem Umstieg zu bewegen. Zu einem Umstieg auf SBS 2011, zu einem Umstieg auf Essentials und Office 365, zu einem Umstieg auf Win Srv 2012 und Exchange 2015. Verkaufe ich dem Kunden heute einen SBS 2011 mit SA bietet das mir die Möglichkeit ihn auf diese Plattform zu bringen oder ihn im Herbst auf Win Srv 2012 und next Year dann auf Exchange 2015 zu bringen.
  • Kundenbereich 1-20 (25)
    In diesem Kundenbereich habe ich sehr gutes Feedback von Partnern erhalten, die diese Kunden mit SBS Essentials (in Zukunft Windows Server Essentials) und Hosted Exchange ausgestattet haben. Die Anzahl der Projekte steigt, die Kundenzufriedenheit steigt, das Budget der Kunden für IT Dienstleistung wird lt. den Partnern interessanterweise nicht kleiner, sondern wird für andere IT-Dienstleistung ausgegeben.
  • Kundenbereich 21-50 (75)
    In diesem Kundenbereich stehen mir einige Möglichkeiten offen – von einer virtualisierten IT Infrastruktur mit AD und Exchange, bis hin zu einer vollen Office365 Integration.
    Wird es für den Kunden teurer werden ? Ja (außer ich kaufe jetzt SBS+SA), der Exchangeserver kostet ca. EUR 1.300,00 (inkl. 5 Cals).
    Ich als Partner würde hier aber einen Schritt weiter denken und mich mit Open Value und der CoreCal beschäftigen. – Damit kann ich in dieser Kundengröße nicht nur Windows Server und Exchange betreiben, sondern der Kunde bekommt in der CoreCal auch noch die SharePoint Cal, die SCCM Cal inkl. SC EndpointProtection und auch die Lync Cal. D.. das bedeutet  für mich als Partner eine massive Erweiterung meines Portfolios und Geschäftes…  (Und so nebenbei: Ich kann mich da an regelmäßige Beschwerden erinnern, dass der SBS viel zu billig war und man damit kein Geld verdienen kann…..)

 

Hätte ich mir einen SBS 2014 im August 2013 gewünscht ? Ja, sicher – weil das Leben damit einfacher wäre. Veränderungen verursachen immer Irritation, besonders wenn sie Dinge betreffen, die schon lang so waren. Veränderungen tun weh, sind anstrengend, sind unbequem. Veränderungen bieten aber immer auch Chancen und ich stehe gerne zur Verfügung, mit Euch diese Chancen zu diskutieren.

 

Geben wir die Kleinkunden als Zielgruppe auf ?
Aber gar nicht – das Ziel, dieser Kundengruppe ein Werkzeug in die Hand zu geben, mit denen diese ihre IT einfach und günstig betreiben können und trotzdem die volle Power unserer Backoffice Applikationen haben – ist das gleiche geblieben, der Weg ist nur ein anderer….

 

Christian

Christian.Decker@microsoft.com

Kommentare (26) -

Roman Korecky, 13.07.2012 08:15:26#

Viele österreichische Kleinunternehmen sind bei der IT extrem konservativ. Ein Kunde hat z. B. erst letzten Monat auf Office XP (!) umgestellt. Cloud-Lösungen kommen für diese Kunden schon überhaupt nicht in Frage. Die aus deren Sicht hohen Lizenzkosten von Microsoft-Produkten wurden halt geschluckt, weil die Produkte einfach zu implementieren und warten sind.

Diese strategische Fehlentscheidung von Microsoft wird einen Boom an Small Business Server-Lösungen auf Linux-Basis auslösen. Microsoft gibt hier einen technologischen Vorsprung von gut 5 Jahren leichtfertig auf. Auch Apple reibt sich schon die Hände, wird doch deren OS X Server immer mehr SBS-like.

Office 365 ist leider auch nicht so einfach, wie Microsoft sich das vorstellt. In der Theorie ist alles super-easy, doch in realen IT-Umgebungen, wie man sie sowohl in Klein- als auch in Großbetrieb vorfindet, gibt es leider eine ganze Reihe von 3rd-Party-Komponenten, die in der Praxis dazwischen funken. Das Troubleshooting wird auch nicht gerade erleichtert, wenn man keinen direkten Zugriff auf Server hat. Die praktische Erfahrung zeigt, dass eine Migration auf einen SBS 2011 immer noch billiger, schneller und problemloser funktioniert als die Migration auf Office 365. Dazu kommt, dass längst nicht alle Funktionen, die KMU brauchen, unter Office 365 verfügbar sind und sich speziell SharePoint Online oft überraschend anders verhält als die On-Premise-Lösungen.

Versteht mich bitte nicht falsch: Office 365 ist ein gutes, kostengünstiges Produkt. Es passt halt nur längst nicht in allen Fällen. Und ich glaube nicht, dass der Markt in den nächsten 5 Jahren auch nur großteils in die Cloud wechseln wird. Microsoft gibt hier kampflos und ohne Grund wichtige Marktanteile auf.

Christian Decker, 13.07.2012 15:11:26#

Roman, danke für deine Einschätzung.

Ja, vielleicht werden wir Kunden an Linux oder Apple verlieren - ich persönlich glaube das aber aus mehreren Gründen nicht.
Erstens kannst Du den SBS 2011 Standard noch ein Jahr lang kaufen. Was NEUKUNDEN danach kaufen werden, werden wir sehen, ich denke, dass NEUKUNDEN in einem Jahr noch wesentlich mehr cloudaffin sein werden als heute.
Bestandskunden, die heute noch auf älteren Versionen laufen, könnt ihr in den nächsten 12 Monaten bequem auf SBS 2011 bringen - wenn die wirklich so eine Abneigung gegen die Cloud haben. Nachdem die Server in der Regel virtualisiert sind, bedeutet das, dass die Kunden diese Server bis zum Ende des Supports problemlos betreiben können - und das sind noch viele viele Jahre.

Ausserdem gibt es nicht nur unsere Clouddienste, sondern mittlerweile auch viele in Österreich gehosteten Exchangelösungen, die genausogut eingebunden werden können...

Roman Korecky, 13.07.2012 15:25:39#

Ich verstehe halt irgendwie nicht, warum Microsoft ein sich gut verkaufendes Produkt so einfach auslaufen lässt. Du hast natürlich recht, dass kein Kleinunternehmen jetzt gleich einen SBS 2008 oder 2011 durch eine Alternativlösung ersetzen wird. Aber wie sieht das dann in 3 Jahren aus, wenn die ersten 2011er SBS ersetzt werden müssen?
Ich bin mir sicher, dass auch viele Kunden dann bei den Clients nach Alternativen suchen werden. Viele haben ja MS-Office vor allem wegen Outlook und der guten Exchange-Anbindung lizenziert. Wenn es nun aber keinen Exchange-Server mehr gibt, sondern nur mehr einen simplen IMAP4-Server, ist Outlook nicht gerade der beste Client. Dann kann man sich auch beim Office-Paket Alternativen überlegen.
Der SBS 2003 hat das Kleinunternehmensgeschäft für Microsoft seinerzeit gerettet. Jetzt wird dieses Segment ohne Not riskiert. Das ist nur eine von einer ganzen Reihe von riskanten Marketing-Entscheidungen, die ich in den letzten 5 Jahren von Microsoft gesehen habe. Es war jahrzehntelang eine der großen Stärken von Microsoft, dass es die richtigen Produkte zur richtigen Zeit hatte. Dieses feine Marktsensorium dürfte irgendwo verloren gegangen sein. Sogar Bill Gates hat da ja erst diese Woche in einem Interview indirekt zugegeben (siehe Tablet-Computer). Ich finde das schade, denn so manch gutes Produkt wird so weit unter seinem Wert geschlagen. Ich erwähne hier nur mal beiläufig Windows Phone 7... <g, d & r>

Richard Plöchl, 13.07.2012 18:27:22 #

Ich sehe das ähnlich wie Roman Korecky - für viele Kunden ist das mit der "Cloud" (noch?) nicht vernünftig umsetzbar: Vor allem am Land gibt es oft nur sehr dünne leistbare Internetanbindungen. Ein Autohaus, das Fotos von Schadensfällen für die Versicherung und andere Filedaten in der Cloud speichern muss, ist arm dran.
Wenn ich einen SBS Essentials hinstelle wird wohl gefragt, warum man für die Mails extra zahlen muss, wenn doch eh "ein Server" da steht (und, wieso das mit den Mails nun so öde langsam ist).

Anstelle des gewohnten SBS würde mir aber vollständig reichen, wenn es einen Server 2012 Standard nebst Exchange mit einer SBS-like Lizenz bzw. Userbegrenzung geben würde.
Auch wir haben die Assistenten nicht genutzt weil wir so gut wie alles gescriptet haben (Exchange- Konfig usw.). Die gemeinsame Installationsroutine würde ich auch nicht vermissen.

Das würde die Entwicklung der Assistenten sparen (der User bzw. Kunde findet sich auch damit meist nicht zurecht), die Entwicklung des Lizenzmodells sollte nicht so aufwendig sein.

Wir haben dzt. erst sehr wenige Kunden auf "Cloud" umgestellt (1x Google+, 1x Office 365).
Beide Male viel Aufwand (nicht die tatsächliche Umstellung, aber die Organisation) - der Verdienst war vernachlässigbar.
Da die Cloud dzt. unvermeidbar scheint heißt es suchen, wie man im weiteren Verlauf die entstehende Verdienstlücke füllen kann.

Ein Hoffnungsträger ist da sicher Windows 8. Die Qualitäten im Office- Betrieb werden aber im Moment nicht beworben - dabei macht sich W8 im Office durchaus gut: http://www.ploechl.at/w8/windows8imoffice.html
Die Kunden denken aber nur an Tablett- Betrieb, wenn sie auf Windows 8 angesprochen werden.

Andyt, 13.07.2012 23:25:47#

Ich halte den gezwungen Trieb in die Cloud als MS Kunde für komplett falsch.

Das große Problem sind zum einen Sicherheitsbedenken bzw. allein schon vom Tätigkeitsfeld her verbotene Weitergabe von Daten in fremde Systeme.
Zusätzlich kommen technische Probleme hinzu. Schwachere Internetleitung und rießige Daten machen Office 365 zu einem trägen und unnützen Ding, das irgendwas macht - nur nicht das was es sollte. Man kann vielleicht viel anfangen mit Office 365 - nur nicht produktiv arbeiten => so die Meldung aus der Geschäftsführung.

Diese Aussage ist aber nicht nur von uns, sondern auch über unsere eigenen Kunden und Partner hörbar. Nach meiner Einschätzung wird dies in den nächsten Jahren nicht wirklich umkehren. Datenschutz kommt mehr zum tragen und Transparenz wo die Daten exakt liegen immer wichtiger. Also hier beziehe ich mich auf unsere Kundendaten, die wir bei uns speichern.

Die Assistenten vom SBS waren/sind nicht schlecht, jedoch arbeiten die wohl eher gegen Partner (schätze ich jetzt mal so). Kunden mit eigener IT werden dies dann nicht über einen Partner installieren lassen - somit Feedback weniger vorhanden. Ich persönlich kenne einige Unternehmen die dies so gemacht haben.
Kunden ohne eigener IT werden so und so Hilfe brauchen.

Wir selbst haben eine eigene IT und wegen den Kosten und weil es einfach besser funktioniert machen wir viel selber, obwohl wir nach wie vor immer wieder mit Partner manchmal mehr und manchmal weniger erfolgreich zusammengearbeitet haben...

Auch wenns ein Partnerblog ist, hoffe ich dass der Kommentar eines Kunden doch erwünscht ist...

Roman Korecky, 14.07.2012 07:51:14#

Weil hier viel von Office 365 die Rede ist, möchte ich hier schon ein wenig klar stellen: Gerade bei schwacher Internet-Anbindung kann Office 365 manche Dinge sogar BESCHLEUNIGEN. Zum Beispiel das Szenario des Versands großer Bilder an externe Partner. Das geht mit Office 365 nachweislich schneller. Warum? Weil die Bilder vom lokalen Outlook komprimiert zu Exchange Online übertragen werden und von dort mit High Speed zum Mail-Server des Empfängers. Bei lokalem Exchange werden die Mails zwar scheinbar schneller vom Client weggeschickt, werden von dort aber über das SMTP-Protokoll unkomprimiert zum Empfänger übertragen. Bei schon komprimierten Daten ergibt sich kein nennenswerter Unterschied.

Anders sieht die Sache im internen Mail-Verkehr aus. Schicke ich die gleichen Fotos an den Kollegen im Nebenzimmer, kann das mit Office 365 durchaus mal eine halbe Stunde dauern, bis sie dort auch ankommen. Da packt man dann doch wieder gerne das alte Sneakers-Net aus.

Insgesamt funktioniert Exchange Online aber für Kleinunternehmen auch mit schlechter Internet-Anbindung sehr gut. Ein anderes Kapitel ist SharePoint Online, mit dem wir sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben. Und Lync Online mag eine nette Spielerei sein, geht aber an den Bedürfnissen von KMUs völlig vorbei.

Es gibt aber auch bei Exchange Online ganz unerwartete Fallstricke. Da ist weniger die juristische Seite relevant. Im Gegensatz zu allerlei FUD, den man darüber liest, gibt es keine Bestimmung im österreichischen oder europäischen Recht, die es irgendeiner Branche verbietet, Daten in den MS-Rechenzentren zu lagern. Bei Google sieht das schon anders aus... Nur werden die meist in einen Topf geworfen. Aber zurück zu den Fallstricken.

Da wären einmal Kunden und Lieferanten, die sehr wohl vorschreiben können, dass Daten beim Unternehmen gelagert werden müssen. Das kommt häufiger vor, als man glaubt. Beispiele sind dafür Automotive. So kann schon ein Autohändler Office 365 nicht einsetzen, weil ihm sonst die Vertragskündigung seitens des Herstellers droht.

Dann wären da noch technische Beschränkungen. Zum Beispiel die Limitierung der Mail-Größe auf 50 MB. Es gibt überraschend viele Unternehmen, die weit größere Mails verschicken müssen.

Meine persönliche Schätzung: Rund die Hälfte der Kleinunternehmen wird sich in Zukunft zumindest serverseitig von Microsoft lossagen.

Christian Decker, 14.07.2012 08:15:57#

Um mich zu wiederholen:
Schlagend wird das ganze frühestens in einem Jahr für Neukunden - bis dorthin gibt es den SBS. Wie die Welt in 3 - 5 Jahren aussehen wird, das weiß keiner.
Niemand zwingt den Kunden in UNSERE Cloud, in UNSERE Datacenter.
Es wird in den nächsten Jahren eine Reihe von lokal in A gehostete Exchangemailboxen geben - und wir reden in Wirklichkeit nur von Exchange - alles andere, was der SBS Standard können hat (SharePoint Workspace) kann ja der Essentials auch.
Das mit der langsamen Internetverbindung ei Exchange verstehe ich nicht ganz - der gesamte Transfer erfolgt im Hintergrund, vom Kunden unbemerkt, d.h. eine Mail dauert vielleicht länger, bis sie da ist, aber sie erscheint erst im Outlook, wenn sie vollständig runtergeladen wurde.

Ad deiner Einschätzung Roman: Da bin ich komplett anderer Meinung - aber lass uns darüber in 3 Jahren reden...

Andyt, 14.07.2012 12:17:35#

Zwingen ist vielleicht hart ausgedrückt, aber es wird alles nur in diese Richtung entwickelt. Bei allen Vorträgen und sonstigen... Cloud hier Cloud da - da gefällt es wenn man dann doch noch mal hört - achja, das neue Feature XY ist Offline...

Also Exchange Online und auch Office 365 funktionierten bei uns mit langsamen Leitungen überhaupt nicht. Outlook reagierte sehr zäh und blieb hier und da immer wieder hängen... - ist ja nicht so als wurde das nicht getestet.
In der heutigen Zeit muss alles schnell und sofort passieren. Da darf die Email auch nicht eine Weile irgendwo liegen.
Übrigens der Rechner muss bei Knopfdruck sofort da sein (...aber danach warten bis man vom Kaffee zurück ist...) und Daten(3D-CAD) sofort geöffnet - manches versteh ich selber nicht so recht, aber es ist halt so gefordert.

PS.: Emails können bei uns auch 100 MiB haben. Normalerweise aber so um die 20 MiB. Email von Kundenseite gefortert. Sharepoint oder sonstige Austauschplattformen zum großen Teil unerwünscht.

Ulrich Mueller, 01.08.2012 09:04:08#

Hallo zusammen,   den Cloud-Gegnern kann ich aus Erfahrung mit über 30 SBS Kunden auch nur zustimmen. Wer gibt gerne seine Daten komplet aus dem Haus und wo soll der Vorteil liegen wenn man nicht mal weiß wer darauf zugreifen kann und wer bzw. wohin und ob sie gesichert werden. Mal ne 20 MB Mail versenden ?  OK.-
Attachment-Datei Upload ( warten für 10 Minuten) dann E-Mail senden.  VOrteil ?  Das kann keiner sein. Wer Clound will soll sie bekommen. Aber man darf niemanden zwingen. MS wird merken, dass an dieser Stelle sie sich selbst ins Fleisch schneiden. Der deutsche Mittelstand/Kleinbetrieb ist mündiger as die meisten  Anglo-Typen denken.  Und das hat nichts mit borniert oder ignorant zu tun. Das ist einfach die Einsicht etwas nicht unnötig aus der Hand zu geben was funktioniert. Die CLoudigen-Typen dürfen ja gerne weiter auf Wolke 7 bleiben. Wir werden ggf. mit allen SBS-Kunden nach einer Alternative suchen und umsteigen.  SBS 2014 ist dann vielleicht wieder die Antwort : back to the roots.
Würde aber gerne aufgrund der über 25 jährigen MS-Erfahrung gerne dabei bleiben. Wenn man das nicht möchte dann muss ich eben gehen.
Nicht zuletzt mit dem Home Server, Business Essential Server  hat MS feststllen dürfen, dass nicht alle Kunden mit "von der Brücke springen" nur weil MS ein neues Produkt herausbringt.

Christian Decker, 01.08.2012 11:37:51#

Lieber Herr Müller,
das "wo soll der Vorteil liegen wenn man nicht mal weiß wer darauf zugreifen kann und wer bzw. wohin und ob sie gesichert werden" höre ich immer wieder.
Die "Datacenter" ihrer SBS Kunden sind also ISO zertifiziert ? Sie haben dort Zutrittssysteme, ihre Server sind ständig upgedatet und geschützt, Sie können bei all Ihren Kunden garantieren, dass KEIN UNBERECHTIGTER Zugriff auf die Daten passiert ? Der Kunde hat keinen Admin-Zugriff auf sein System bzw. werden die Zugriffe aller Administrationen auf Daten im Unternehmen protokolliert und ausgewertet ? Und Sie lassen dies auch regelmäßig von unabhängigen Prüfinstituten prüfen ?

Wir schon ...
Hier www.microsoft.com/.../MOS_PTC_Admin_Access.htm sehen Sie, wer wann und warum auf Ihre Daten zugreifen kann.
Hier www.microsoft.com/.../trust-center.aspx finden Sie weitere Infos dazu...

Auch das mit dem Upload verstehe ich nicht ? Gilt max. für Webaccess - ansonsten arbeite ich immer gegen den Offline-Cache meines Outlooks und die Kommunikation erfolgt im Hintergrund ohne dass der User was davon merkt.

Und noch mal - wir zwingen niemanden. Sie können den wirklich wunderbaren SBS 2011 noch ein ganzes Jahr kaufen und dann mind. 10 Jahre betreiben. Und reden wir in 10 Jahren dann weiter, wer dann noch nicht in der Cloud ist.

Und nein, wir wollen Sie nicht vertreiben. Wir wollen nicht auf ihre 25jährige Erfahrung verzichten. Nur die Welt hat sich die letzten 25 Jahre massiv verändert - Sie mussten ihre Gewohnheiten ändern, ihre Kunden haben die Anforderungen und auch ihre Gewohnheiten geändert. Vor 25 Jahren hat niemand vom Internet gesprochen, niemand von Mails, niemand von mobilen Arbeiten.

Wann haben Sie den SBS als Standard bei Ihren Kunden eingesetzt ? Mit der Version 4.0 ? Wahrscheinlich nicht, wahrscheinlich hat das 3-5 Jahre gedauert. Damals haben wir Beschwerden bekommen, warum das so billig ist, das der Partner kein Geschäft damit macht, dass das alles nicht notwendig ist und die Kunden das nicht brauchen. Heute ist es Standard.

Vor 5 Jahren haben mir (Klein)kunden gesagt, Virtualisierung ist nur was für Große und sie werden SICHER NICHT virtualisieren. Heute ist es Standard.

Wir sehen bei vielen (Klein)kunden und auch bei vielen Partnern gerade im Kleinkundensegment, dass O365 viele viele Vorteile bringt. Ganz so falsch kann es daher nicht sein, oder ?

Christian

Paul Scholda, 01.08.2012 16:41:20#

Wow, interessant, was da an Meldungen so kommt, aber ganz nachvollziehen kann ich die Office 365 Gegner nicht. Persönlich bedaure ich es zwar auch, dass die Alternative zur Cloud, den SBS in einem Jahr nicht mehr geben wird, aber gerade für kleine und mittlere Unternehmen bietet sich die Cloud in Form von Office365, vielleicht auch im Zusammenspiel mit dem Windows Server Essentials 2012 (dem Nachfolger vom Small Business Essentials 2011) hervorragend zum Kostensparen an - auch, weil diese Kunden damit mehr Geld für interessantere Projekte haben!

Wir haben nur positive Erfahrungen bei den Umstellungen und gutes Feedback von allen unseren Kunden - und wir gehören zu den großen drei Cloudpartnern in Österreich. Ich muss halt als IT-Mann was Neues lernen - verstehe schon, igitt Smile

Richard Plöchl, 01.08.2012 17:42:49#

Zu unterstellen, man will nichts Neues lernen, nur weil man die Interessen seiner Kunden vertritt, finde ich - eigenartig.
An unserem Standort in NÖ z.B. ist außer ADSL nichts zu bekommen.
(...leider nicht verfügbar. Wir arbeiten jedoch an einem Ausbau unseres Netzes und informieren Sie gerne...)
Da helfen wohl auch keine Weiterbildungen, ich würde sogar lernen wollen, wie man Glasfasern spleißt - wenn denn welche vorhanden wären.

Wenn die File-Daten erst wieder lokal liegen müssen (am SBS 2011 Essentials), geht auch das Argument des sicheren Datacenter (s. Ch. Deckers Kommentar) vollkommen ins Leere.

Mangels Alternativen werden wir sicher bald wissen, was die Kosten für unsere Kunden in Zukunft (SBS 2011 Essentials, Hardware, Office 365+Einrichtung, dickere Leitung) gegenüber jetzt (SBS 2011 Essentials, Hardware, gescriptetes SBS Setup) sein werden.

Natürlich werden wir die neuen Dinge lernen - sonst wären wir im falschen Beruf.
Das heißt aber nicht, dass der Kunde (mit ADSL) die vom SBS bisher gewohnte Qualität bekommen kann.

Richard Plöchl, 01.08.2012 19:47:22 #

Berichtigung zu oben:
Anstatt
Mangels Alternativen werden wir sicher bald wissen, was die Kosten für unsere Kunden in Zukunft (SBS 2011 Essentials, Hardware, Office 365+Einrichtung, dickere Leitung) gegenüber jetzt (SBS 2011 Essentials, Hardware, gescriptetes SBS Setup) sein werden.

heißt es natürlich
Mangels Alternativen werden wir sicher bald wissen, was die Kosten für unsere Kunden in Zukunft (SBS 2012 Essentials, Hardware, Office 365+Einrichtung, dickere Leitung) gegenüber jetzt (SBS 2011 Standard, Hardware, gescriptetes SBS Setup) sein werden.

Arnd Winter, 14.08.2012 15:14:56#

Ich denke auch, dass die Verlagerung in die Cloud nicht die wünschenswerte Alternative ist. Was mich in der Diskussion wundert: In den SkyDrive AGBs werden ja explizit Inhalte ausgeschlossen - erste Konten wurden gesperrt. Ich finde diesen Aspekt von Cloud wirklich gruselig.
Zu den übrigen Argumenten kann ich meinen Vorrednern nur beipflichten. Aus unserem Kundenkreis kam bislang auch noch keine aktive Anfrage nach Cloudserivces und dabewi sollten wir Datenschutz, NDAs und weitere rechtlich notwendigen Anforderungen wirklich nicht aus den Augen lassen.

Peter Fürnweger, 18.08.2012 20:13:15#

Aber warum gibt es einen Verkaufsstop vom SBS 2011? Es muss ja keinen "neuen" geben, wenn der "alte" noch lange zu kaufen wäre. Die Funktionen wären mehr als ausreichend. Keiner meiner Kunden hat Interesse an Cloudlösungen oder Hostlösungen von anderen Providern. Mir kommt das ganze auch sehr nach Cloud zwang vor. Durch den SBS konnten auch ganz kleine Betriebe (5 User) große Vorteile in Ihrer IT Landschaft verzeichnen. Und das wichtigste an allem ist nun mal der Exchange Server. Alles andere ist nett aber nicht so wichtig. 90% meiner Kunden verwenden nicht einmal SharePoint. Mein Appell an Microsoft wäre einfach nur den Verkaufsstop einzustellen und das Produkt einfach weiter zu verkaufen und ich denke viele wären zufrieden.

Christian, 19.08.2012 00:12:26#

Gute Idee, aber: Der Mainstream-Support für den zugrunde liegenden Windows Server 2008R2 läuft nun mal im Juli 2013 ab und damit auch der Mainstream-Support für den SBS.
Und sollen wir wirklich ein Produkt ohne Mainstream-Support verkaufen ?
Hier zeigt sich auch wieder das Problem mit den integrierten Produkten - wir können den Support für das Gesamtprodukt nur so lange geben, so lange die "Einzelprodukte" supportet sind...
Und gerade der Kundenkreis, den Sie ansprechen ist der Kundenkreis, der auch in Österreich ganz massiv in die Cloud geht und dort sehr glücklich - besonders mit Exchange ist, weil die Verfügbarkeit und besonders die Datensicherheit in diesem Kundenkreis On Premise nie erreichbar ist.

Bernhard Unfried, 11.09.2012 15:00:47#

Microsoft ist manchmal leider sehr lernresistent. Das zeigt auch der mangelnden Kontinuität und Konsequenz, die sie bei all ihren Produkten an den Tag legen. (Hat noch wer eine Office-Sammelmappe herumliegen?)

Da paßt es sehr gut, daß man von einem Szenario ausgeht, daß in der Praxis nicht an jeden anzupassen ist. Die Internetverbindungsqualität und -geschwindigkeit hat sich in den letzten Jahren nicht wirklich verbessert. Das Transfervolumen hingegen ist rapide gestiegen. Gesetztlich Vorschriften lassen sich mit Produkten in der Wolke einfach nicht erfüllen. Sicherheit hin, Microsoft her.

Wenn ein begründeter Verdacht auf die illegale Nutzung der der Clouddienste aufkommt, ist das Service von behördlicher Seite abgedreht. Man kann dann sicher rechtliche Schritte gegen die Beschlagnahme seiner Daten einleiten. Wird wahrscheinlich auch nicht lange dauern. Gut, daß die USA jedem US-Unternehmen vorschreibt, daß sie vollständigen Zugriff auf deren gehostete Daten bekommen. Egal wo die Server stehen! Aber wer nichts zu verbergen hat, braucht sie ja nicht fürchten. Und Industriegeheimnisse soll man sowieso nicht in der Wolke versenken, oder doch?

Es gibt inzwischen viele Punkte, die gegen die Nutzung der Cloud sprechen. Und es werden eigentlich täglich mehr als weniger. Wenn MS dann noch deren Einstiegsdroge SBS entfernt, werden die Kunden rascher Alternativen wie Google anpeilen.

Christian Decker, 11.09.2012 15:08:56#

Lieber Herr Unfried,
danke für ihre Anmerkungen, darf ich ein paar Fragen dazu stellen ?
Können Sie mir die gesetzlichen Vorschriften im Detail nennen, die sich mit der Nutzung unserer Cloud-Produkte nicht in Einklang bringen lassen ? Ich lerne hier gerne dazu.
Ad Datenzugriff und Datenschutz können wir gerne mal den Standard in unseren Clouddiensten mit der Absicherung ihrer Kundensysteme vergleichen und hier schauen, wo die Daten sicherer liegen.
Und - ganz ehrlich - mit dem letzten Satz disqualifizieren Sie leider jedes noch so gut gemeinte Argument von Ihnen: Sie wollen die Cloud nicht, Sie haben Bedenken bez. Datensicherheit und Datenschutz, Sie haben Angst vor dem Speichern der Daten in USA und dann glauben Sie ernsthaft, dass die Kunden lieber zu Google gehen ? Also ehrlich.....
Christian Decker
Christian.decker@microsoft.com

Richard Plöchl, 11.09.2012 16:26:07#

"Googles Cloud" sehe ich nicht verlockender als die Cloud- Produkte von MS, klar.

Ich merke aber, dass mit Aufkommen der Cloud- Thematik unserem Berufsstand vermehrt unterstellt wird, reihenweise "unsichere" Kundensysteme zu installieren bzw. installiert zu haben.

Ich bin der Ansicht, dass die Kundensysteme, die wir (u.a.) mit Bitlocker auf Client, Server und verschlüsselten Backup-USB-Platten realisieren, einen mindestens angemessenen Sicherheitsstandard haben.

Kunden, denen die Verschlüsselung ihrer Notebooks nicht zu vermitteln ist, werden ihre Daten durch Auslagerung in die Cloud auch nicht sicherer aufbewahrt kriegen.

Auch dann, wenn alles fein in der Cloud "sicher" gelagert ist, wird man noch an verschiedenen Stellen passworthaltige Post-It unter der Tastatur finden Smile

Ich wünsche mir, dass der - möglicherweise mit steigender Tendenz sinnvolle - Umstieg in die Cloud nicht durch die Diskreditierung unserer (also der MS- Partner) bisherigen Arbeit erreicht werden soll.

Dass es - wie in anderen Berufsständen auch - schwarze Schafe gibt ist (leider) klar.
Das wird sich durch die Cloud- Technologie nicht ändern, allenfalls in bereiche verlagern, wo einem jegliche Korrekturmöglichkeit genommen ist.

Bernhard Unfried, 11.09.2012 22:37:32 #

Sehr geehrter Herr Decker!
Ich wollte im Allgemeinen und auch auf Microsoft-Seite zu einigen Gedanken anregen, die über das Thema SBS hinausgehen und wollte das auf eine Art und Weise machen wo niemand beleidigt sein muß. Ich würde mich sehr über Argumente freuen, um die Sorgen von Kunden zu entkräften, daß US-Unternehmen gegenüber der US-Regierung verpflichtet sind, Zugriff auf deren gehostete Daten zu gewähren, ungeachtet sämtlicher Safe-Harbour-Abkommen. In der Pharmabranche ist das übrigens obligo.

Für langfristige Datensicherheit sind Dienste wie Iron Mountain wohl auch eher prädistiniert als ein Clouddienst, wo ich nicht sicher bin ob bei der Einführung bereits über eine inkompatiblen Nachfolger nachgedacht wird. Das die bisherigen
Implementierungen der Microsoft-Partner von Microsoft-Seite als nicht so sicher bezeichnet wird, bietet sich wohl kaum als Basis für zukünftige Verkaufsgespräche an. Diese wurden schon durch die Bewerbung behindert, daß jeder DAU einen SBS-Server in wenigen Stunden in Betrieb nehmen kann und der Kunde sich über eine mehrtägige Implementierungsphase wundert.

Und den Vergleich mit google müssen Sie sich leider gefallen lassen - so wie wir auch. Sie müssen das Denken von Kunden verstehen, die sich auf eine für sie vollkommen neue Arbeitsweise umstellen müssen und mit dem Vorurteil "Microsoft ist teuer, google aber gratis" in die Verhandlung einsteigen. Das hier die Partner die meiste Überzeungsarbeit abseits hübscher Marketingunterlagen liefern müssen, muß erwähnt bleiben.

Eine Partnerschaft besteht für mich nicht nur aus einer verlängerten Verkaufsabteilung, sondern muß auch unangenehmes Feedback aufnehmen können und im besten Fall zum Wohlgefallen beider lösen. Zumindest stelle ich mir das unter einer guten Partnerschaft vor.

Christian Decker, 12.09.2012 00:04:21#

Lieber Herr Plöchl,
zeigen Sie mir bitte das Zitat, wo ich Ihnen oder jemand anderem Ihres Berufstandes vorgeworfen habe, unsichere Systeme zu installieren ? SIE bzw. andere Partner haben mir/uns vorgeworfen, dass die Daten in unserer Cloud nicht sicher sind. Und ich habe nur gesagt, dass wir in unserer Cloud sicherlich höhere Sicherheitsstandard haben als Sie bei Ihren Kunden und damit Ihre Kundensysteme unsicherer sind als unsere Cloud-Rechenzentren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihre Kundensysteme ISO 27001 zertifiziert sind, regelmässig von externen Quellen penetriert und getestet werden und so weiter. Ist kein Vorwurf, sondern schlicht und einfach eine Frage von Budget und Notwendigkeit.

Christian Decker, 12.09.2012 00:12:43#

Lieber Herr Unfried,
würde ich unangenehmen Feedback ausweichen wollen, würde ich mich hier nicht der Diskussion stellen. Ich freue mich über jedes Argument.
Allerdings freue ich mich nicht über Behauptungen, die jeder Grundlage entbehren und es ist schlicht nicht richtig, dass es Gesetze gibt, die bestimmten Berufsgruppen die Ablage von Daten in der Cloud verbieten.
Auch muss Microsoft nicht der US-Regierung Daten zur Verfügung stellen, sondern wie in nahezu allen Ländern kann ein unabhängiges Gericht den Antrag auf Herausgabe von Daten eines bestimmten Unternehmens zum Zwecke von Erhebungen verlangen - so wie auch in Österreich ein Gericht die Server Ihrer Kunden beschlagnahmen kann. Und das macht doch ein klein wenig einen Unterschied.
Und Sie werden mir Recht geben, dass es - insbesonders in der IT Welt - nur sehr sehr wenige Unternehmen gibt, die mehr auf Partner setzen als wir. Wir leben von Ihrer guten Arbeit, Sie leben von unseren guten Produkten und für uns ist das mehr als eine Hersteller/Verkäufer Beziehung, für uns ist das eine Partnerschaft. Sehen Sie das anders ?

Bernhard Unfried, 12.09.2012 00:43:09#

Sehr geehrter Herr Decker,
Wie Sie sicherlich wissen, betrachtet der Patriot Act die Einhaltung von safe harbor als untergeordnetes Recht und ermöglicht den Datenzugriff auch ohne Benachrichtigung des Inhabers. Diesem Zugriff wird sich kein US-Unternehmen entziehen können.

Das die Beschlagnahme von Servern auch User treffen kann, die sich (wie auch der Hoster) in keinster Weise einer kriminellen Handlung schuldig gemacht haben, mag auf den ersten Blick zwar ein geringfügiges Risiko darstellen. Wenn aber doch dieser unglückliche Umstand eintritt, kann dies eine existenzbedrohende  Situtation für ein Unternehmen darstellen. Dazu zähle ich sämtliche Hosting-Angebote von dropbox bis sharepoint.

Solche kleinen juristischen Spitzfindigkeiten, lesen sich auf den ersten Blick wie das Kleingedruckte von Verträgen, sind aber die wichtige Argumente gegen die Geiz-ist-Geil-Mentalität der Kunden, die ebenfalls ausschließlich Gratis-Dienste in Anspruch nehmen wollen. Das sind die entscheidenden Faktoren für (auch teurere) Inhouse-Lösungen zugunsten von z.B. Microsoft.
Nun sehe ich das Microsoft diese Argumentation mit seiner Cloud-Strategie unterminiert und der Kunde sich noch viel weiter vor einer, mit höheren Einstiegskosten verbundenen, Inhouse-Lösung fort bewegt. Und sich damit freiwillig einer Stärke beraubt und damit Gratis-Diensten a la Google und Dropbox in die Hände spielt. Besteht in Ihren Augen nicht auch diese Gefahr?

Richard Plöchl, 12.09.2012 08:53:21#

Hallo Herr Decker,
"das Zitat" explizit gibt es nicht - sie verweisen aber gleich anschließend auf diverse ISO- Zertifizierungen und externe Tests die nur die Cloud hat.
Womit zwischen den Zeilen steht, dass lokale Lösungen das nicht haben und deren Sicherheitsstandard zumindest ungeklärt sein könnte.

Schon vor Jahren hat einer unserer Kunden (der das Geld für eine Hardware- Firewall nicht ausgeben wollte) eine namhafte deutsche Firma beauftragt, das von uns errichtete Netzwerk von außen anzugreifen und auf Eindring- Möglichkeiten zu testen.
Der - wiegesagt ohne externe Firewall aufgestellte - SBS2003 hat das ohne Probleme bestanden.

Ein sinnvoller Test - damals wie heute sieht anders aus, denke ich.
(z.B.: "Guten Tag, ich bin ihr EDV- Betreuer / Cloud-Service Security Supervisor. Es wurden Teile ihrer Daten gelöscht, für die Wiederherstellung brauchen wir ... blabla")

Wenn Microsofts Cloud Lösungen mit dem als "Cloud Betriebssystem" bezeichneten Server 2012 realisiert sind, sollte bei einem Kundensystem, das ein Partner mit Server 2012 realisiert und ordentlich konfiguriert, der erzielbare Sicherheitsstandard nicht wirklich schlechter sein.

Der Kunde hat beim lokalen System einen Überblick, wer - im Zuge der Betreuung - Zugriff auf die Daten hat und außerdem einen Geheimhaltungsvertrag mit uns.

In der Cloud gibt's möglicherweise auch einen Vertrag mit dem Kunden - Überblick über zugriffsberechtigte Personen gibt es nicht, was gerade rechtlich durch (cloud-)lokale Gesetze bestimmt wird, muss man mühsam ausheben.

Bitte mich nicht falsch verstehen - ich sehe die Diskussion hier für meinen Teil nicht als "Glaubenskrieg".
Bin derzeit weder "für" noch "gegen" die Cloud.
Ich hätte mich gerne mit unseren gemeinsam für einen passenden Lösungsweg entschieden - das wird uns zusehends genommen.

Einerseits suche ich nun nach Argumenten für Cloud- Lösungen.
Die "Sicherheit" kann ich nicht wirklich dazu zählen - die technische Sicherheit der Cloud zweifle ich dabei nicht an, die gesetzlichen Unwägbarkeiten abzuschätzen muss ich dem Kunden überlassen.
Die Betriebssicherheit ist aufgrund der sehr unterschiedlichen Möglichkeiten der Internetanbindung in Österreich sehr unterschiedlich (ein lokaler "Cache- Server" ist dabei nicht sicherer als eine "normale" lokale Lösung).
Dazu kommt im Lauf der Zeit vielleicht noch der eine oder andere "voreilige Automat" wie der, der angeblich die Rede des Barack Obama auf Youtube blockiert hat. Falls ein Gesetz mal das Scannen der Inhalte vorschreiben sollte.

Andererseits sucht man als Partner auch danach, sich und seine Mitarbeiter zu erhalten.
Die zusätzlich erforderliche aufwendige Erklärung der Sicherheitsthematik wird vom Kunden - wie andere Beratungstätigkeiten auch - nicht bezahlt.
Die Abhandlung div. Internetstörungen im Rahmen der Hotline schon - sorgt aber für Unmut beim Kunden.
Die Marge der Cloud- Produkte haut einem nicht um.
Das Einrichten der Cloud für den Kunden ist derzeit ähnlich aufwendig wie eine lokale Lösung (zumal derzeit nicht alle vom Kunden benötigten Dinge wirklich "cloud-fähig" sind). Die Kosten sind vielleicht schwerer zu vermitteln - wie kann die Einrichtung eines "Nahezu-Gratis-Dienstes" soviel kosten?

Welche Argumente habe ich noch, mir denen ich dem Kunden einen Vorteil vermitteln kann?
Und welche Punkte werden uns, die Partner, weiterbringen?

Christian, 12.09.2012 16:58:23#

Lieber Herr Plöchl, lieber Herr Unfried - dies ist ein "Platzhalter" Kommentar, den ich wieder löschen werde ;)

Bin gerade von der Partner-Roadshow gekommen und nur noch kurz im Büro, bevor ich ab Morgen bis Sonntag auf Urlaub und am Montag dann auf Partner-Roadshow in Graz bin.

Danach kommt dann eine ausführliche Antwort.

lg
Christian Decker

Richard Plöchl, 14.09.2012 07:46:43#

Über
Microsofts Cloud und die "Mär mit dem Patriot Act"
wird hier geschrieben:
http://heise.de/-1705818

Sätze wie diese

Das US-amerikanische Anti-Terror-Gesetz erlaube einen Zugang zu Bits und Bytes in den Rechnerwolken nur unter "ganz engen Voraussetzungen". Die Informationen, die dabei in die Hände von Sicherheitsbehörden gelangten, seien "nicht wirklich interessant". Zudem habe Microsoft selbst bisher nur eine geringe Zahl einschlägiger Anfragen bekommen.

Mit der Versteifung auf den Datenschutz verschläft Deutschland nach Ansicht des deutschen Cheflobbyisten von Facebook, Gunnar Bender, die eigentlichen Potenziale der neuen Netzwerke.

Parallel "müssen wir davon weg kommen, uns über Privatheit zu unterhalten", meinte Bender.

irritieren mich sehr.
Zitate aus dem genannten Artikel, die letzten beiden nicht von MS - generell scheint für mich das Thema Datenschutz in der Cloud (nicht nur Microsofts Cloud) nicht wirklich geklärt.

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